Supermarkt-Preise vergleichen: So sparst du wirklich
Wer im Supermarkt jede Woche ein paar Euro weniger ausgibt, braucht dafür keine Tricks, sondern ein paar feste Gewohnheiten. Dieser Ratgeber zeigt, woran du einen echten Preisvorteil erkennst, wie du Aktionen einordnest und wie du den Einkauf so planst, dass sich der Vergleich in der Praxis auch lohnt.
Warum der Regalpreis allein wenig sagt
Zwei Packungen Nudeln mit 500 Gramm und 1 Kilogramm lassen sich am Regalpreis nicht vergleichen. Dasselbe gilt für Joghurt im 150-Gramm-Becher gegen den 500-Gramm-Becher oder für Waschmittel mit unterschiedlicher Anzahl an Waschladungen. Wichtig ist deshalb immer der Preis pro Maßeinheit, also der Grundpreis pro Kilogramm, Liter oder Stück. In Österreich muss er bei vorverpackter Ware neben dem Verkaufspreis angegeben werden, wie die Wirtschaftskammer in ihren Informationen zur Preisauszeichnung festhält. Er steht meist klein auf dem Regaletikett. Wie du ihn liest und selbst nachrechnest, erklärt der Artikel Grundpreis verstehen ausführlich.
Der zweite Stolperstein ist die Aktion. Ein durchgestrichener Preis oder ein Prozentzeichen bedeutet nur, dass der Artikel günstiger ist als zuvor, nicht dass er günstig ist. Ob eine Aktion wirklich ein guter Preis ist, zeigt erst der Vergleich mit dem Grundpreis der Alternativen: derselbe Artikel bei einem anderen Händler, die Eigenmarke daneben, die größere oder kleinere Packung.
Schritt 1: Eine Referenzliste mit Normalpreisen anlegen
Du erkennst einen guten Preis nur, wenn du weißt, was ein Artikel üblicherweise kostet. Lege dir deshalb für die zehn bis zwanzig Dinge, die du am häufigsten kaufst, eine kleine Tabelle an: Artikel, Marke oder Eigenmarke, Packungsgröße, Grundpreis. Trage den Grundpreis jedes Mal ein, wenn du ihn siehst, und notiere das Datum. Nach einigen Wochen weißt du, welche Spanne normal ist, und siehst sofort, ob eine Aktion deutlich darunter liegt.
Beispiel mit angenommenen Preisen: Du kaufst regelmäßig Vollmilch im Liter-Pack. Bei deinen Einkäufen siehst du Preise zwischen 1,29 und 1,49 Euro. Taucht eine Aktion mit 1,19 Euro auf, lohnt sich der Vorrat. Liegt der Aktionspreis bei 1,39 Euro, ist er innerhalb der üblichen Spanne und kein Grund für Vorräte.
Schritt 2: Äpfel mit Äpfeln vergleichen
Vergleiche nur, was wirklich vergleichbar ist. Das bedeutet gleiche Kategorie, ähnliche Qualität und gleiche Maßeinheit. Bei Fleisch und Wurst kann sich der Grundpreis auf das Gewicht mit oder ohne Flüssigkeit beziehen, bei Konserven auf das Abtropfgewicht. Bei Reinigungsmitteln zählt die Dosis, bei Getränken kann ein Pfand im Preis enthalten sein oder zusätzlich anfallen. Lies deshalb im Zweifel das Kleingedruckte auf der Packung und achte darauf, welche Bezugsgröße der Händler verwendet. Die Arbeiterkammer Wien hat in einer Erhebung festgestellt, dass Geschäfte teils unterschiedliche Bezugsgrößen wie 100 Milliliter oder 1 Liter nutzen. Rechne dann auf dieselbe Einheit um.
Schritt 3: Eigenmarken und Markenartikel gegenüberstellen
In fast jeder Kategorie gibt es mehrere Preisstufen: Marke, Handelsmarke, Einstiegsmarke. Die Frage, ob sich der Aufpreis für dich lohnt, beantwortet nicht der Preis, sondern dein Geschmack und deine Ansprüche an Zutaten und Herkunft. Prüfe deshalb die Zutatenliste und probiere gezielt. Eine ausführliche Prüfliste findest du im Artikel Eigenmarken oder Markenprodukte.
Schritt 4: Aktionen gezielt, nicht zufällig nutzen
Aktionen sind dann sinnvoll, wenn du den Artikel ohnehin brauchst und er sich lagern oder einfrieren lässt. Nicht sinnvoll sind sie, wenn sie dich zu Käufen verleiten, die nicht auf der Liste standen. Eine einfache Regel: Kaufe auf Vorrat nur, was du in den nächsten Wochen sicher verbrauchst, was lange haltbar ist und wo der Aktionspreis klar unter deiner Referenz liegt. Frische Ware mit kurzer Haltbarkeit wird durch eine Aktion nicht günstiger, wenn die Hälfte im Müll landet. Wie du Haltbarkeitsangaben liest und Reste vermeidest, steht im Artikel Lebensmittel länger haltbar machen.
Behalte außerdem im Blick, dass Rabatte an Bedingungen geknüpft sein können, etwa an eine App, eine Kundenkarte oder einen Mindestkauf. Wie solche Programme grundsätzlich funktionieren, beschreibt der Artikel Kundenkarten und Rabattaktionen. Prüfe die aktuellen Bedingungen immer beim Händler, sie ändern sich häufig.
Schritt 5: Wochenplan statt Spontaneinkauf
Der größte Hebel liegt selten im einzelnen Cent, sondern in der Planung. Wer mit Liste und grobem Wochenplan einkauft, kauft weniger Unnötiges, wirft weniger weg und kann Aktionen gezielt einplanen. Der Ablauf kann so aussehen:
- Vorräte im Kühlschrank, in der Speisekammer und im Tiefkühler ansehen.
- Drei bis fünf Gerichte für die Woche festlegen und die fehlenden Zutaten notieren.
- Aktuelle Angebote der Händler in deiner Nähe ansehen und die Liste anpassen, wo ein Ersatz gleichwertig ist.
- Pro Artikel das Preisziel aus deiner Referenzliste setzen.
- Beim Einkauf auf Grundpreise achten und bei Abweichungen die Liste verlassen, aber nur zugunsten eines klaren Preisvorteils.
Mehr dazu, einschließlich Vorlagen und Haushaltsbudget, findest du im Artikel Wocheneinkauf planen.
Wann sich mehrere Geschäfte lohnen und wann nicht
Jede zusätzliche Station kostet Zeit und gegebenenfalls Sprit. Ein Zweitgeschäft lohnt sich, wenn die Differenz bei einem größeren Posten spürbar ist, etwa bei Getränkekisten, Tierfutter, Windeln oder Drogerieartikeln, oder wenn es ohnehin auf deinem Weg liegt. Für zwei Packungen Joghurt mit zehn Cent Ersparnis lohnt sich der Umweg selten. Eine Beispielrechnung dazu findest du im Artikel Lohnt sich die Einkaufsfahrt?.
Beispiel: Ein Warenkorb im Vergleich
Zur Veranschaulichung ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Preisen. Du brauchst Reis, Haferflocken, Olivenöl und Spülmittel. Bei Händler A kosten sie zusammen 11,40 Euro, bei Händler B 10,20 Euro, wobei das Olivenöl bei B in einer kleineren Flasche verkauft wird. Rechnest du das Öl auf den Liter um, ist B pro Liter teurer. Der Gesamtpreis täuscht also. Erst die Umrechnung auf den Grundpreis jedes Artikels zeigt, wo du wirklich sparst. Das ist der Grund, warum ein Vergleich auf Warenkorb-Ebene immer die Menge mitbetrachten muss.
Checkliste für den nächsten Einkauf
- Liste geschrieben und Vorräte geprüft
- Referenzpreise (Grundpreis) für die häufigsten Artikel notiert
- Aktionen nur genutzt, wenn der Artikel ohnehin gebraucht wird
- Packungsgrößen über den Grundpreis verglichen
- Eigenmarke neben Marke gelegt und Zutatenliste gelesen
- Weg und Zeit gegen die Ersparnis abgewogen
Hilfsmittel wie Preisroute können das Umrechnen und Vergleichen übernehmen. Der Nutzen hängt aber immer davon ab, wie aktuell die Preise im Markt sind, deshalb gilt: Die Angaben am Regal und an der Kassa sind maßgeblich.
Quellen
- Wirtschaftskammer: Fragen zur Preisauszeichnung und Grundpreis
- Arbeiterkammer Wien: Grundpreisauszeichnung in Wiener Super- und Drogeriemärkten (PDF)
- Preisauszeichnungsgesetz, § 10c (Grundpreis, Maßeinheiten)
- oesterreich.gv.at: Anti-Mogelpackungs-Gesetz
Stand: 2. November 2026. Preise und Regeln ändern sich; maßgeblich sind die Angaben der Händler und Behörden.